Energie

Der "Treibstoff" für eine große Zahl an Elektro-Fahrzeugen - wenn nicht sogar für den gesamten PKW-Bestand - kann in Österreich rein aus erneuerbaren Energiequellen aufgebracht werden.

Bei 500.000 E-Autos wird mit einem Jahresstromverbrauch von ca. 1 Mrd. kWh gerechnet. Das bedeutet, dass der gegenwärtige Pkw-Bestand in Österreich an elektrischem Strom knapp 9 Mrd. kWh pro Jahr verbrauchen würde. Demgegenüber beträgt Österreichs gesamtes Wasserkraft-Ausbaupotenzial bis 2020 zusammen 7 Mrd. kWh, jenes für Strom aus Wind und Biomasse 4,5 Mrd. kWh. Allein der Verbund errichtet bis 2015 neue Wasser- und Windkraftwerke mit einer Jahreserzeugung von 1 Mrd. kWh. Das ist ausreichend elektrische Energie für 500.000 Elektro-Autos.

Mobile Power-Pakete

Die Markteroberung der Elektromobilität könnte neben den umfangreichen ökologischen und - mit der Weiterentwicklung der Batterie-Technologie - auch deutlich zunehmenden ökonomischen Vorteilen, auch noch ganz andere Pluspunkte bieten: die Nutzung der Akkus in den Fahrzeugen als kleines Speicher-Kraftwerk. Diese Idee, Elektroautos zur dezentralen Speicherung von Strom zu nutzen, wurde auch mit dem Ziel der besseren Integration von Wind- und Solarenergie in die Stromversorgung entwickelt. Das Konzept dahinter ist eigentlich sehr simpel: Autos sind bis zu 97 % ihrer gesamten Lebensdauer "Stehzeuge". Die überwiegende Mehrzahl wird also nur für sehr kurze Zeit am Tag aktiv genutzt (zum Beispiel für die Fahrt zur Arbeit). Für den Rest des Tages, rund 23 Stunden, sind die Autos abgestellt und an das Stromnetz angeschlossen. Zu diesen Stehzeiten könnten Elektroautos energietechnisch genutzt werden. Sie werden dann geladen, wenn ausreichend Strom aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht (vor allem Windkraft). In Zukunft könnten sie zu Spitzenverbrauchszeiten die im Akku gespeicherte Energie (etwa 10 % des Ladepegels) wieder ans öffentliche Netz abgeben. Auf diese Weise können Schwankungen der Stromproduktion aus Wind- und Solarenergie ausgeglichen werden. Die Nutzung dieser gespeicherten Energie ergäbe - hochgerechnet auf den heimischen Pkw-Bestand - in Österreich ein Gesamtpotenzial von zusätzlich 8.000 Megawatt Kraftwerkskapazität. Im Vergleich dazu: Der gesamte österreichische Kraftwerkspark leistet derzeit rund 18.000 MW.

Bestens vernetzt

Das Elektroauto hat gegenüber anderen Antriebsformen noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Obwohl die nötige Ladeinfrastruktur noch aufgebaut werden muss, kann heute schon auf das bestehende flächendeckende Stromversorgungsnetz zurückgegriffen werden – theoretisch könnte jede Straßenlaterne als Basis für eine Stromtankstelle dienen.

 
 
© Austrian Mobile Power, 2011