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Austrian Mobile Power

Geschichte der E-Mobilität

Geschichte

Elektroautos gelten als der Zukunftstrend schlechthin. Was jedoch heute fast keiner mehr weiß: Ihre Geburtsstunde und ihre erste Blütezeit liegen schon über 100 Jahre zurück.

 

 

  • 1859 erfand der französische Physiker Gaston Plante den wieder aufladbaren Blei-Akku. Damit schaffte er eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung von Elektrofahrzeugen.

     

  • 1881 präsentierte Gustave Trouvé auf der Elektrizitätsmesse in Paris das erste Elektroauto mit Blei-Akku. Dies gilt als die Geburtsstunde der Elektromobilität. Die dreirädrige Konstruktion erreichte eine Geschwindigkeit von bis zu zwölf km/h. Nach Trouvé begannen immer mehr Hersteller Elektroautos zu entwickeln.

     

  • 1890 baute der Amerikaner William Morrison das erste Erfolgsmodell. Das kutschenähnliche Fahrzeug wurde durch einen 2,5-PS-Elektromotor angetrieben, der von acht Batterien unter den Sitzen gespeist wurde. Die Höchstgeschwindigkeit lag bei zehn bis zwölf km/h – das entsprach in etwa dem gemütlichen Tempo einer Pferdekutsche.

     

  • 1899: "La Jamais Contente" ("Die nie Zufriedene"), ein elektrisch betriebener Geschwindigkeitsrekordwagen des belgischen Rennfahrers Camille Jenatzy, überschritt als erstes Elektroauto die symbolische Grenze von 100 km/h.

     

  • 1900: Der Lohner-Porsche kommt auf den Markt:
    Ferdinand Porsche präsentierte auf der Weltausstellung in Paris ein neuartiges Elektroauto, das er im Auftrag des Wiener Kutschwagenfabrikanten Ludwig Lohner entworfen hatte. Der Lohner-Porsche verfügte über zwei 2,5 PS starke Motoren, die direkt in die Radnaben der Vorderräder integriert waren. Der große Vorteil: weder ein energiefressendes Getriebe noch sonstige mechanische Elemente zur Kraftübertragung waren erforderlich. Das Problem der geringen Reichweite löste Porsche, indem er den Elektromotor mit einem Verbrennungsmotor zu einem Hybridantrieb kombinierte. Mithilfe eines Generators erzeugte der Benzinmotor Strom für die Batterie, die die Elektromotoren versorgte.

     

  • 1900: Blütezeit der Elektroautos:
    Trotzdem schon kurz nach Erfindung des Verbrennungsmotors 1886 die ersten Benzinfahrzeuge auf den Markt kamen, hatte um die Jahrhundertwende das Elektroauto – trotz seiner beschränkten Reichweite – noch die Nase vorn. Denn im Vergleich zu den Benzinmotoren fuhr es fast lautlos und ruckelfrei, und es war einfach und sauber zu bedienen.

     

  • 1911: Niedergang des Elektroautos:
    Mehrere Gründe führten dazu, dass Elektroautos wieder zunehmend vom Markt verdrängt wurden. Zum einen erfand der Amerikaner Charles F. Kettering 1911 den elektrischen Anlasser für Verbrennungsmotoren, sodass diese nicht mehr mühsam angekurbelt werden mussten. Zum anderen gab es immer mehr Benzintankstellen, und Öl war extrem billig. Außerdem hatte sich dank geschickter Werbung ein Imagewandel vollzogen. Das führte dazu, dass der Markt für Elektroautos bis 1920 stark an Anteilen verlor und die Produktion ab den 1920er-Jahren fast völlig zum Stillstand kam.

     

  • Seit 1930: Elektroautos fristen Nischendasein:
    Die Erfindung des elektrischen Anlassers für den Otto-Motor bedeutete das schlagartige Aus des Elektroautos. Nach dem Durchbruch der Benziner fristeten elektrisch angetriebene Fahrzeuge nur noch ein Dasein als Nischenprodukt.

     

  • 1990: In den USA, speziell in Kalifornien, ist man wieder auf dem Weg an die Steckdose: Der Clean-Air-Act strebt an, dass zehn Prozent aller in diesem Bundesstaat zugelassenen Autos emissionsfrei sein müssen. Die amerikanischen Autobauer Ford, Chrysler und General Motors sowie die japanischen Firmen Honda, Toyota, Mazda und Nissan verpflichteten sich freiwillig zur Markteinführung von E-Autos. General Motors mit dem EV 1 und Honda mit dem Honda EV gewannen schließlich das Rennen um die Einführung des ersten reinen Elektroautos.

     

  • Heute: Revival der Stromer:
    Steigende Benzinpreise, Klimaschutzmaßnahmen und enorme Fortschritte in der Batterietechnologie haben dazu geführt, dass Elektroautos heute wieder als zukunftsweisend gelten. Es gibt keinen Hersteller von Rang und Namen, der nicht an der einen oder anderen Version eines E-Autos arbeitet. Dem Elektroauto wird enormes Zukunftspotenzial vorausgesagt. Wie weit die Entwicklung bereits vorangeschritten ist und wie die Zukuft aussehen könnte, zeigt der amerikanische Hersteller Tesla. Sein "Roadster", ein zweisitziger Sportwagen, beschleunigt in 3,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Als Stromspeicher dienen fast 7.000 Zellen handelsüblicher Lithium-Ionen-Akkus. Damit kann eine eine Reichweite von ca. 350 km erzielt werden. Der "Tesla Roadster" wird seit Mitte 2008 in Kleinserie produziert.
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